Talentiert, aber unglücklich: Die Geschichte der Wiener Schauspielerin Romy Schneider

Romy Schneider gilt zu Recht als eine der besten österreichischen Schauspielerinnen des 20. Jahrhunderts. Die talentierte und erfolgreiche Romy liebte ihre Arbeit, sie fand sich leicht in jede Rolle ein, wofür sie auch weltweite Anerkennung erhielt. Alle hielten sie für ein Sinnbild von Schönheit und Weiblichkeit, schreibt viennatrend.eu.

Eine schwierige Kindheit

Der bürgerliche Name der Schauspielerin war Rosemarie Magdalena Albach. Sie wurde im September 1938 in Wien geboren. Schon seit ihrer frühen Kindheit träumte das Mädchen davon, Schauspielerin zu werden, was kaum verwunderlich ist, denn dafür gab es gute Gründe. Ihre Mutter Magda und ihr Vater Wolf waren nämlich Stars des deutschen Kinos.

Romy war nicht das einzige Kind in der Familie; sie hatte auch einen Bruder. Da ihre Eltern oft für Dreharbeiten unterwegs waren, kümmerten sich die Großeltern um die Erziehung der Kinder. Als Romy vier Jahre alt war, zerbrach die Familie. Magda begann, ihr eigenes Privatleben zu gestalten und hatte kaum Zeit für ihre Kinder. Deshalb schickte sie ihre Tochter und ihren Sohn wieder zu ihren Eltern aufs Land.

1944 kam Rosemarie Magdalena in die Volksschule. Fünf Jahre später trat sie in ein Mädcheninternat bei einem Frauenkloster in der Nähe von Salzburg ein. Dort kümmerten sich Nonnen um ihre Erziehung und Ausbildung. Ihre Mutter, ihr Vater und ihre Großeltern besuchten das Mädchen so gut wie nie.

Schneiders Liebe zur Schauspielerei zeigte sich schon in jungen Jahren. In der Schule fielen ihr die exakten Wissenschaften schwer, dafür aber zeichnete sie sehr schön, interessierte sich für Heimatkunde und Geschichte. Außerdem hatte Romy eine kräftige, schöne Stimme. Sie blieb bis zu ihrem 14. Lebensjahr im Internat. Die Nonnen beklagten sich, dass Schneider unruhig sei, keine Freundschaften schließen könne und zu Schulschwänzen neige.

Die ganze Zeit über träumte Rosemarie davon, an der Kölner Kunstgewerbeschule zu studieren, doch das Schicksal hatte andere Pläne für sie.

Schneiders Filmkarriere

Mit 14 Jahren begann Romys Filmkarriere. Eines Tages wurde ihrer Mutter eine Rolle im Melodram „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ angeboten. Da sie mit dem Regisseur befreundet war, konnte sie ihn überreden, die ihr angebotene Rolle an ihre Tochter zu vergeben. Als Rosemarie davon erfuhr, war sie überglücklich, denn endlich ging ihr Traum in Erfüllung.

Das Mädchen meisterte das Vorsprechen hervorragend, und im Herbst 1953 kam der erste Film mit ihrer Beteiligung in die Kinos. Das Debüt war ein Erfolg. Schon bald erhielt die junge Schauspielerin zahlreiche Angebote von bekannten Regisseuren.

1954 erschien die Filmkomödie „Feuerwerk“. Darin spielte Rosemarie die Rolle der Anna Oberholz, die von zu Hause wegläuft, um ihren Traum zu verwirklichen. Das Mädchen wollte unbedingt in einem Wanderzirkus arbeiten. Übrigens wurde sie in diesem Film zum ersten Mal im Abspann als Romy Schneider aufgeführt.

Dank dieses Films wurde der Regisseur Ernst Marischka auf die junge Schauspielerin aufmerksam. Er war von ihrem Talent so begeistert, dass er Romy eine Rolle in seinem Film „Mädchenjahre einer Königin“ anbot. Zuschauer und Filmkritiker lobten den Film in den höchsten Tönen, und innerhalb weniger Tage wurde die junge Schneider berühmt.

1955 spielte Romy zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Vater im Film „Die Deutschmeister“.

Weltweite Berühmtheit erlangte die Schauspielerin im Alter von 16 Jahren. Damals wurde sie für die Dreharbeiten zum Film „Sissi“ engagiert, der vom Leben der Kaiserin Elisabeth von Bayern erzählt. Der Film wurde vom Publikum erneut positiv aufgenommen. Innerhalb von zwei Jahren sahen sechs Millionen Zuschauer diese Trilogie.

Bald brauchte Romy einen Manager, der neue Rollen für sie auswählen und ihre Einnahmen kontrollieren sollte. Für diese Position stellte sie den neuen Ehemann ihrer Mutter, Hans Herbert Blatzheim, ein. Dieser interessierte sich jedoch kaum für ihre künstlerische Entwicklung; für ihn zählte vor allem das Geld. Zum Skandal kam es, als Romy sich weigerte, im vierten Teil der „Sissi“-Reihe mitzuspielen, worauf ihr Manager jedoch bestand.

Das Jahr 1958 wurde für die Schauspielerin schicksalhaft. Sie spielte im Film „Christine“, wofür sie eine enorme Gage erhielt und zudem den charmanten französischen Schauspieler Alain Delon kennenlernte. Bald entwickelte sich zwischen ihnen eine Romanze, die so ernst wurde, dass Romy beschloss, mit ihrem Geliebten nach Paris zu ziehen. Sie blieb jedoch nicht lange dort, denn es stellte sich heraus, dass die Gefühle des jungen Mannes nicht aufrichtig waren.

1961 spielte die Schauspielerin in einem Theaterstück von Luchino Visconti mit dem Titel „Schade, dass sie eine Hure ist“. Dank dieses Regisseurs nahm Romys Karriere neuen Schwung auf.

Kurz darauf machte Visconti Schneider mit Coco Chanel bekannt, die ihr gute Manieren beibrachte und ihre Liebe zur Mode weckte.

1965 kehrte Schneider von Frankreich nach Wien zurück, wo sie ihre Filmkarriere fortsetzte. Zu ihren erfolgreichsten Arbeiten zählen „Ludwig“ und „Le Vieux Fusil“.

Privatleben und die letzten Jahre

Alain Delon war die Liebe ihres Lebens. Ihre Beziehung wurde jedoch zu einer wahren Qual für die Schauspielerin. Während einer Tournee in Amerika erfuhr Romy, dass ihr Mann eine Affäre mit Nathalie Barthélemy begonnen hatte. Zuerst wollte sie es nicht glauben, doch bald stellte es sich als Wahrheit heraus. Die Beziehung zerbrach, und der seelische Schmerz war so groß, dass die Schauspielerin versuchte, sich das Leben zu nehmen. Die Arbeit rettete sie.

Schneiders zweiter Auserwählter war Harry Meyen. Aus ihrer Ehe ging ein Sohn hervor. Das Paar lebte in trauter Zweisamkeit, bis Alain wieder in ihrem Leben auftauchte. Bald darauf begann die Schauspielerin, obwohl sie verheiratet war, eine erneute Beziehung mit Delon. Als Meyen von ihrer Affäre erfuhr, reichte er die Scheidung ein.

1977 heiratete sie zum dritten Mal, und zwar Daniel Biasini. Bald darauf wurde ihre gemeinsame Tochter geboren. Drei Jahre später ließen sie sich scheiden.

1981 traf Schneider ein schrecklicher Schicksalsschlag, der sie zerstörte. Ihr 14-jähriger Sohn kam ums Leben, und Romys Herz konnte diesen Verlust nicht verkraften.

Sie versuchte auf jede erdenkliche Weise, mit ihrer Trauer fertigzuwerden und drehte weiterhin Filme. An ihrer Seite war stets ihr liebevoller Mann Laurent Pétin.

1982 fuhren Laurent und Romy nach Paris, wo sie ein neues Haus kaufen wollten. Am Abend ging sie lange nicht zu Bett und erklärte, sie wolle noch etwas Musik hören. Am nächsten Tag fand Pétin seine Geliebte tot auf. Die vermutete Todesursache war Herzversagen.

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