Klaus Maria Brandauer – dieser Name steht synonym für theatrale Exzellenz und internationalen Kinoerfolg. Obwohl ihm Weltrum durch Schlüsselrollen in großen Hollywood- und europäischen Filmen zuteilwurde, blieb Brandauer stets in erster Linie ein herausragender Meister der Theaterbühne. Dieser österreichische Schauspieler und Regisseur, dessen Karriere über ein halbes Jahrhundert umspannt, ist eine lebende Legende des Wiener Burgtheaters und ein anerkannter Interpret klassischer dramatischer Figuren. Mehr dazu auf viennatrend.eu.

Der Lebensweg von Klaus Maria Brandauer
Der Lebensweg von Klaus Maria Brandauer, dessen bürgerlicher Name Klaus Georg Steng lautet, begann im beschaulichen österreichischen Ort Bad Aussee, wo er am 22. Juni 1943 (manche Quellen nennen fälschlicherweise 1944) geboren wurde. Sein Künstlername, unter dem er später Weltruhm erlangte, Klaus Maria Brandauer, wurde zum Symbol vielschichtigen Talents.
Das Streben nach der Bühne führte den jungen Klaus nach Deutschland. Nach Abschluss der Mittelschule studierte er kurzzeitig an der renommierten Stuttgarter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Sein professionelles Debüt gab er 1963 auf der Bühne des Landestheaters Tübingen. Die erste markante Rolle, die seinen Eintritt in die große Kunst kennzeichnete, war der Claudio in Shakespeares Stück „Maß für Maß“ (Measure for Measure).
Nach seiner klassischen Schauspielausbildung und ersten Erfolgen arbeitete der Schauspieler aktiv an verschiedenen Theatern im deutschsprachigen Raum, darunter Salzburg und Düsseldorf. Ein wichtiger Meilenstein war sein Eintritt in das Ensemble des Wiener Theaters in der Josefstadt im Jahr 1968. Der wahre Triumph auf der Theaterbühne sollte jedoch noch folgen.

Das universelle Talent des Schauspielers
Trotz seines enormen Erfolges im Kino blieb der österreichische Schauspieler Klaus Maria Brandauer stets seiner Berufung treu: Er ist ein Schauspieler, dessen Herz, nach seinen eigenen Worten, bedingungslos der Theaterbühne gehört. Mehr als fünf Jahrzehnte widmete er der hohen Dramatik und verband auf brillante Weise klassisches Repertoire mit zeitgenössischen und innovativen Inszenierungen. Gerade auf den Brettern des Wiener Burgtheaters verfeinerte er jene außergewöhnliche Meisterschaft, die ihn zum Maßstab der Schauspielkunst machte.
Obwohl er in erster Linie ein Meister der Bühne ist, gelang es Brandauer, durch den Film auch internationale Popularität zu erlangen. Seine triumphale Rolle in István Szabós Film „Mephisto“ (1981) öffnete ihm die Tore zur Welt des großen Kinos und brachte ihm internationale Anerkennung ein. Dieser Film gewann nicht nur den prestigeträchtigen „Oscar“ als bester fremdsprachiger Film, sondern festigte auch Brandauers Ruf als Schauspieler, der zu tiefgehender psychologischer Transformation fähig ist. Im Folgenden finden Sie eine Tabelle mit den bekanntesten internationalen Rollen des Schauspielers. Diese Filmografie machte den Schauspieler weltweit bekannt.
| Jahr | Filmtitel | Rolle | Bedeutung und Auszeichnungen |
| 1981 | „Mephisto“ | Hendrik Höfgen | Der Haupttriumph. Der Film gewann den „Oscar“ als bester fremdsprachiger Film und etablierte Brandauer als Meister der psychologischen Verwandlung. |
| 1983 | „Sag niemals nie“ (Never Say Never Again) | Maximilian Largo | Rolle des Hauptbösewichts im James-Bond-Film, die dem Schauspieler breite Bekanntheit in den USA verschaffte. |
| 1985 | „Jenseits von Afrika“ (Out of Africa) | Baron Bror von Blixen-Finecke | Rolle in einem großen Hollywood-Projekt an der Seite von Meryl Streep und Robert Redford. Brachte dem Schauspieler eine Nominierung für den „Golden Globe“ und Weltruhm ein. |
| 1985 | „Oberst Redl“ | Alfred Redl | Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Regisseur István Szabó. |
| 1988 | „Hanussen“ | Klaus Schneider | Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Regisseur István Szabó. |
Neben seiner aktiven Schauspielarbeit war Brandauer lange Zeit auch pädagogisch tätig und gab seine unschätzbare Erfahrung an die junge Generation weiter. Er arbeitete als Professor an der Schauspielschule Max-Reinhardt-Seminar – einer der prestigeträchtigsten in Europa – und bildete neue Stars für Theater und Film aus.
Heute beschränkt sich Brandauers kreatives Erbe nicht nur auf seine persönlichen Errungenschaften. Auch die Kinder von Klaus wählten einen Weg, der mit der darstellenden Kunst verbunden ist. Nach Angaben einiger Quellen hat auch seine Tochter, Natascha Brandauer, einen Weg eingeschlagen, der mit der Bühne und Regie verbunden ist und die Künstlerdynastie fortsetzt.

Klaus Maria Brandauer: Die Burgtheater-Legende
Der Beitrag von Klaus Maria Brandauer zur internationalen Theaterkunst ist kaum zu überschätzen. Seine Karriere ist ein leuchtendes Beispiel für die Verbindung von tiefem Respekt vor der Tradition und mutiger Aneignung der Moderne. Gerade dank so herausragender Persönlichkeiten wie Brandauer erhielt das deutschsprachige Theater einen starken Impuls für seinen internationalen Ruf, und seine künstlerischen Leistungen popularisierten die Theaterkunst weit über die Grenzen Österreichs hinaus.
Für seine langjährige Arbeit erfuhr er höchste Ehrungen. Im Jahr 1989 erhielt der Schauspieler den prestigeträchtigen Ehrentitel „Kammerschauspieler“ – die höchste Auszeichnung für dramatische Schauspieler im deutschsprachigen Raum. Dieser Status war nur der Anfang einer Kette offizieller Anerkennungen: Seit 2013 ist Klaus Ehrenmitglied des Burgtheaters und betrachtet es als seine künstlerische Heimat.

Im Jahr 2014 wurde sein Lebenswerk mit dem prestigeträchtigen Nestroy-Theaterpreis für das Lebenswerk gewürdigt, was seinen Status als einer der einflussreichsten Schauspieler der Gegenwart unterstrich. Im Jahr 2023, anlässlich seines 80. Geburtstags und 60 Jahren künstlerischer Tätigkeit, wurde Brandauer offiziell als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Schauspieler des österreichischen Theaters gefeiert.
Klaus Maria Brandauer bleibt einer der letzten großen „Bühnen-Universalisten“. Sein Talent erlaubt es ihm, meisterhaft Rollen in klassischen Tragödien zu spielen, Charaktere im zeitgenössischen Drama zu verkörpern, subtile literarische Adaptionen vorzunehmen, erfolgreich Regie zu führen und zu unterrichten. Diese Vielseitigkeit und die Fähigkeit, Genres zu verbinden, machen ihn nicht nur zu einem Schauspieler, sondern zu einer lebenden Legende, deren Beitrag zur Entwicklung des österreichischen Theaters und des Weltkinos für kommende Generationen von Bedeutung sein wird.
Quellen: 2019-2024.burgtheater.at, www.filmportal.de, whoswho.de, www.viennale.at




