Philipp Hochmair – ein Name, der im deutschsprachigen Theater und Film für höchste künstlerische Ansprüche steht. Seine Biografie ist ein Paradebeispiel für außergewöhnliche darstellerische Vielseitigkeit. Der Schauspieler ist nicht nur für seine tiefgründigen und oft überraschenden Rollen in Kino und Fernsehen bekannt, sondern auch für seine Monostücke, die sich zu einem echten Kulturphänomen entwickelt haben. Dieser Artikel beleuchtet den Werdegang dieses herausragenden österreichischen Künstlers und seine wichtigsten Arbeiten. Mehr dazu auf viennatrend.eu.

Der Beginn der künstlerischen Reise von Philipp Hochmair
Philipp Hochmair wurde am 16. Oktober 1973 in Wien geboren. Sein professionelles Fundament legte er an den renommiertesten Schauspielschulen Europas, was ihm einen fulminanten Karrierestart ermöglichte.
Von 1993 bis 1997 studierte Hochmair am berühmten Max-Reinhardt-Seminar in Wien, wo die Legende Klaus Maria Brandauer sein Mentor war. Es folgten Studien am prestigeträchtigen Conservatoire National Supérieur d’Art Dramatique in Paris. Dank dieser internationalen Ausbildung und seines Sprachtalents spricht er neben Deutsch fließend Englisch, Französisch und Spanisch – ein entscheidender Vorteil auf den Bühnen Europas.
Seine frühen Jahre waren geprägt von Engagements an führenden Häusern wie dem Schauspielhaus Zürich, dem Théâtre VIDY Lausanne, dem Staatstheater Hannover und der Volksbühne Berlin.
Ein Meilenstein war seine Zeit am Wiener Burgtheater (2003–2009), wo er sich fest im Ensemble etablierte. Von 2009 bis 2016 war Hochmair am Thalia Theater in Hamburg engagiert und zementierte dort seinen Ruf als einer der bedeutendsten Interpreten des deutschsprachigen Dramas.

Filmkarriere und ikonische Rollen
Parallel zum Theater gelang Philipp Hochmair der Durchbruch auf der Leinwand. Schon 2001 machten ihn Filme wie „Das Experiment“ und die Serie „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“ einem breiten Publikum bekannt.
Ein Highlight seiner Filmografie ist „Kater“ (Tomcat, 2016). Für seine schauspielerische Leistung wurde er mit dem Großen Diagonale-Schauspielpreis ausgezeichnet. Die Erfolgsserie „Vorstadtweiber“ (2015–2021) sicherte ihm endgültig einen Platz in den Herzen (und Wohnzimmern) des Massenpublikums.
Kritikerlob und renommierte Auszeichnungen wie die Romy (2022) und der Grimme-Preis (2023) folgten für seine beklemmende Darstellung des Reinhard Heydrich in dem TV-Drama „Die Wannseekonferenz“. Seine Wandlungsfähigkeit beweist er zudem seit 2018 in der Krimireihe „Blind ermittelt“, in der er einen blinden Sonderermittler verkörpert.
Ob in „Der Glanz des Tages“ (2012) або у своїй jüngsten Arbeit als Protagonist in der Krimiserie „Der Geier – Die Tote mit dem falschen Leben“ (2024) – Hochmair versteht es, komplexe Charaktere mit Leben zu füllen.

Das theatrale Vermächtnis
In seinem Bühnenrepertoire finden sich Klassiker wie Hamlet, Mephisto im „Faust“, Werther und Torquato Tasso. Den wahren künstlerischen Coup landete Hochmair jedoch mit seinen Soloprojekten, die längst Kultstatus genießen.
Besonders hervorzuheben ist hierbei „Jedermann Reloaded“. Daneben tourt er erfolgreich mit weiteren literarischen Solos wie „Werther!“, „Der Hagestolz“ und Kafkas „Amerika“ durch den deutschsprachigen Raum.

„Jedermann Reloaded“: Ein Rock-Mysterium als Kulturphänomen
Hochmairs Solostück „Jedermann Reloaded“ ist eine radikale Neuinterpretation von Hugo von Hofmannsthals Klassiker. Er transformiert das Mysterienspiel in einen Ein-Personen-Performance-Trip, bei dem er sämtliche Rollen selbst übernimmt.
Technisch ist das Stück ein „Spoken Concert“ – ein apokalyptisches Wort-Musik-Ereignis. Begleitet von der Band „Die Elektrohand Gottes“, die mit harten Gitarrenriffs und atmosphärischen Soundcollagen aufwartet, wird die moralische Thematik in die Moderne katapultiert.
Hochmair wechselt blitzschnell zwischen den Charakteren: Jedermann, der Tod, die Buhlschaft, der Teufel oder die Mutter entstehen allein durch Nuancen in Stimme und Haltung. Es ist eine energetische, beinahe explosive Darbietung, die ohne aufwendiges Bühnenbild auskommt und stattdessen die physische Präsenz des Schauspielers ins Zentrum rückt.

Anerkennung und historische Bedeutung
Den endgültigen Status als österreichische Theater-Ikone sicherte er sich 2018, als er bei den Salzburger Festspielen kurzfristig für den erkrankten Tobias Moretti einsprang. Sein Auftritt am Domplatz war ein Triumph. Seit dem Sommer 2024 ist Philipp Hochmair nun offiziell der neue „Jedermann“ der Festspiele – in der umjubelten Inszenierung von Robert Carsen.
Kritiker loben seine enorme physische und vokale Ausdauer. Ob als Rock-Oper oder „Text-Sturm“ bezeichnet – sein Beitrag zur Erneuerung der österreichischen Bühnenkunst ist unbestritten. Philipp Hochmair hat das klassische Mysterienspiel in ein zeitgenössisches Ritual verwandelt.
Quellen: www.philipphochmair.com, festspiele-taggenbrunn.at, www.filmportal.de, jedermann-reloaded.de





