Wien in Filmszenen, die weltweit bekannt sind

Dank ihrer reichen Geschichte, architektonischen Vielfalt und einzigartigen Atmosphäre ist die Hauptstadt Österreichs zum Drehort für Kultfilme geworden, die die Herzen von Zuschauern weltweit erobert haben. Man kann einen genialen Regisseur, eine Starbesetzung und die modernste Ausrüstung haben, doch ohne vielfältige Kulissen, stimmungsvolle Schauplätze und atemberaubende Landschaften riskiert selbst der teuerste Film, seine Magie zu verlieren. Genau deshalb ist Wien der ideale Drehort, wo sich jede Ecke in eine lebendige Bühne für herausragende Filme verwandelt. Mehr dazu auf viennatrend.eu.

Das Drama „Atmen“

Der österreichische Spielfilm von Karl Markovics erzählt die dramatische Geschichte des 19-jährigen Roman Kogler, der eine fünfjährige Haftstrafe in einem Jugendgefängnis in Niederösterreich verbüßt. Der junge Mann landete hinter Gittern aufgrund einer fatalen Schlägerei, die sich ereignete, als er erst 14 Jahre alt war – damals tötete er eine Person, die ihm gegenübersaß. Auf seinem Lebensweg versucht der Junge nicht nur, einen nahestehenden Menschen zu finden, sondern wird auch mit schmerzhaften Details seiner Vergangenheit konfrontiert. Die Entdeckungen, die er macht, helfen ihm, sein eigenes psychologisches Trauma besser zu verstehen und die Gründe für seine unkontrollierte Reaktion während des Konflikts vor fünf Jahren zu erkennen.

Gedreht wurde der Film in Wien, insbesondere an so markanten Orten wie dem Praterstern und dem Kaiser-Franz-Josef-Spital. Das Gesamtbudget des Films belief sich auf 1 Million Euro. Der Streifen gilt als eines der bemerkenswertesten europäischen Filmdramen. Die Originalversion des Films mit Wien in den Aufnahmen erhielt zahlreiche Filmpreise und wurde 2011 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes vorgestellt. Die Hauptrolle spielte der junge Laiendarsteller Thomas Schubert, der für diese Arbeit im selben Jahr beim Sarajevo Film Festival den Preis für den besten männlichen Hauptdarsteller erhielt.

Hauptfigur aus dem Film 'Atmen'
(Die Hauptfigur aus dem Film „Atmen“)

Die biografische Miniserie „Carlos“

Der biografische Film wurde erstmals 2010 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes vorgestellt, danach kam er in zwei Versionen in die Kinos – einer Langfassung, die fünf Jahre dauerte, und einer gekürzten, für ein breites Publikum adaptierten Fassung mit einer Dauer von drei Jahren. Ein Teil der Szenen wurde in Wien vor dem Hintergrund realer historischer Schauplätze gedreht. So werden im Film die dramatischen Momente des internationalen Skandals nachgestellt, der sich nach der dreisten Geiselnahme der OPEC-Ölminister direkt in der österreichischen Hauptstadt entfaltete. Diese spannungsgeladene Atmosphäre verleiht dem Film noch mehr Authentizität und Intrige und versetzt die Zuschauer in eine Welt politischer Machenschaften und riskanter Operationen.

Der biografische Film lässt die Zuschauer in das Leben des Venezolaners Ramírez Sánchez eintauchen, besser bekannt unter dem Namen Carlos. Anfang der 1970er Jahre verübte er im Auftrag der Volksfront zur Befreiung Palästinas Anschläge und erlangte den Ruf eines der gefährlichsten Terroristen seiner Zeit. Der eigentliche Skandal brach jedoch 1975 aus, als bekannt wurde, dass österreichische Vertreter vermutlich mit den Terroristen zusammengearbeitet hatten. Dies verstärkte die Spannung um Carlos nur noch. Der in Wien gedrehte Film taucht ein in die Atmosphäre internationaler Verschwörungen, riskanter Operationen und politischer Intrigen, die die Welt erschütterten.

Szene aus dem Film 'Carlos'
(Szene aus dem Film „Carlos“)

Das gefühlvolle Drama „Die Frau in Gold“

Dieses berührende Drama, einer der bekanntesten englischen Filme, die in Wien gedreht wurden, erzählt die wahre Geschichte von Maria Altmann (Helen Mirren), die im Kampf um die Rückgabe des Familienerbes einen ganzen Staat herausfordert. Der Film fängt den Geist des vor- und nachkriegszeitlichen Wiens ein und gibt dessen Atmosphäre mit besonderer Liebe zum Detail wieder. Im Streifen wurden einzigartige Polaroid Vienna-Filme verwendet, die den Aufnahmen Authentizität verleihen und die Zuschauer in eine nostalgische Stimmung versetzen.

Neben Los Angeles, Beverly Hills und London fanden die Dreharbeiten auch in Wien statt, wo die Österreichische Galerie Belvedere als authentische historische Kulisse diente. Einige Szenen wurden im Sommer 2014 in Berlin gedreht, wo die Fassaden der Stadt sogar mit Hakenkreuzfahnen geschmückt wurden, um die historische Realität so genau wie möglich wiederzugeben. Der Film stellt die dramatischen Ereignisse durch Rückblenden dar und zeigt Marias Erinnerungen an das Vorkriegs-Wien.

Helen Mirren als Maria Altmann in 'Die Frau in Gold'
(Helen Mirren in der Rolle der Maria Altmann in „Die Frau in Gold“)

Der Abenteuerfilm „Bad Spies“

Wien wird auch im Hollywood-Film „Bad Spies“ (2018) gezeigt, bei dem Susanna Fogel Regie führte. Diese Komödie, die von den Abenteuern zweier Freundinnen erzählt, die zufällig ins Epizentrum einer internationalen Verschwörung geraten, bot den Zuschauern nicht nur eine Portion hochwertigen Humors, sondern präsentierte auch die Schönheit der österreichischen Hauptstadt.

Die Originalversion des Films „Bad Spies“ (2018) wurde in Wien unter Mitwirkung der Hollywood-Stars Mila Kunis und Kate McKinnon gedreht. Bekannte österreichische Orte wie der 7. Bezirk, der Michaelerplatz und das Spittelberg-Viertel schaffen im Film eine einzigartige Atmosphäre. Neben Wien wurden Szenen auch in Budapest, Prag und Amsterdam gedreht, aber es war die österreichische Hauptstadt, die der Geschichte ein besonderes europäisches Flair verlieh.

Szene aus dem Film 'Bad Spies'
(Szene aus dem Film „Bad Spies“)

Der Thriller „Red Sparrow“

Der amerikanische Thriller „Red Sparrow“ (2018) von Francis Lawrence ist nicht nur eine fesselnde Spionagegeschichte, sondern gab auch die Möglichkeit, Wien im Film in seiner ganzen Pracht zu erleben. Die Hauptrolle im Film spielte die Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence, die sich in Dominika verwandelte – eine Primaballerina, die nach einer Verletzung gezwungen ist, die Bühne zu verlassen. In einer ausweglosen Situation willigt sie ein, eine Aufgabe für den russischen Geheimdienst zu übernehmen, die sich als gefährlicher herausstellt, als es zunächst scheint.

Die packende Spionagegeschichte wird durch erlesene Schauplätze perfekt ergänzt. Die Zuschauer können in den Aufnahmen ikonische Orte der österreichischen Hauptstadt wiedererkennen, insbesondere die majestätische Hofburg und den Michaelerplatz, die dem Film einen besonderen europäischen Charme verleihen. Stimmungsvolle Gassen, prächtige Architektur und historisches Ambiente machen Wien zur idealen Kulisse für einen actiongeladenen Spionagethriller.

Jennifer Lawrence im Film 'Red Sparrow'
(Jennifer Lawrence im Film „Red Sparrow“)

Das autobiografische Drama „Let Me Go“

Der Film „Let Me Go“, basierend auf der Lebensgeschichte der italienischen Schriftstellerin deutscher Herkunft Helga Schneider, schlägt durch das Prisma eines Familiendramas die dunklen Seiten der NS-Vergangenheit auf. Es ist ein Film über Mütter und Töchter, über die Geister der Vergangenheit und ihren Einfluss auf die Gegenwart. „Let Me Go“ untersucht, wie Helgas Leben davon beeinflusst wurde, dass ihre Mutter Traudi sie 1941 verließ, als sie erst vier Jahre alt war.

Ein bedeutender Teil der Dreharbeiten fand in Wien statt, was dem Film eine besondere Authentizität verlieh. Die städtischen Schauplätze schaffen eine tiefgründige Atmosphäre der Reflexion über die Geschichte und ihre Auswirkungen auf die Gegenwart. Die erlesene Architektur der Altstadt steht im Kontrast zur düsteren Thematik des Films, was jede Einstellung noch eindringlicher macht.

Szene aus dem Film 'Let Me Go'
(Szene aus dem Film „Let Me Go“)

Das biografische Drama „Eine dunkle Begierde“

Der Film „Eine dunkle Begierde“ (Originaltitel: „A Dangerous Method“) versetzt die Zuschauer an den Anfang des 20. Jahrhunderts, als Europa an der Schwelle zum Ersten Weltkrieg stand. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die komplexen Beziehungen zwischen den herausragenden Psychoanalytikern Carl Gustav Jung (Michael Fassbender) und seinem Mentor Sigmund Freud (Viggo Mortensen). Eine wichtige Rolle in dieser Geschichte spielt die Patientin Sabina Spielrein (Keira Knightley) – eine geheimnisvolle und talentierte Frau, die zur Schlüsselfigur in ihrer intellektuellen und emotionalen Konfrontation wurde.

Filme, die in Wien gedreht werden, fangen stets die einzigartige Atmosphäre der Stadt ein. „Eine dunkle Begierde“ ist da keine Ausnahme – einige Szenen wurden in der legendären Berggasse gedreht, wo sich Freuds Wohnsitz befand, sowie an malerischen Orten im 9. Bezirk und in den Gärten des Belvedere. Dieser Ort wurde zur perfekten Kulisse für eine Geschichte über Leidenschaft, Ehrgeiz und einen wissenschaftlichen Durchbruch, der die Welt der Psychologie veränderte.

Szene aus dem Film 'Eine dunkle Begierde'
(Szene aus dem Film „Eine dunkle Begierde“)

Neue Filme, die in Wien gedreht werden, spiegeln sowohl reale Ereignisse der Vergangenheit als auch der modernen Geschichte wider und machen die Stadt zu einem der beliebtesten Orte für Filmschaffende. Die Wiener Kinos zeigen regelmäßig Premieren sowohl europäischer als auch Hollywood-Produktionen, und die Stadt wird nicht nur zu einem kulturellen Zentrum, sondern auch zu einem gefragten Drehort.

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