Tilla Durieux – Theaterstar und Inbegriff weiblicher Schönheit

Tilla Durieux war eine Frau, die in ihrem Leben viel erreicht hat. Sie wurde zum Symbol ihrer Epoche. Anfangs eine Legende der Filmindustrie, wurde sie später zu einer ehrenwerten Bürgerin, die ihre Popularität für wohltätige Zwecke einsetzte, schreibt viennatrend.eu.

Karriere am Theater

Geboren wurde Ottilie Godeffroy am 18. August 1880 in Wien. Ihr Vater Richard war ein bekannter Chemiker, ihre Mutter Adelheid Pianistin. Nach der Volksschule wechselte Ottilie auf eine städtische Bürgerschule im 9. Wiener Gemeindebezirk. Schon von früher Kindheit an sah sich Godeffroy auf der Bühne. Daher absolvierte sie ohne jeden Zweifel eine Schauspielausbildung in Wien. Ihre Mutter war kategorisch gegen die Wahl ihrer Tochter, weshalb Ottilie den Künstlernamen Durieux annahm.

Im Jahr 1902 debütierte die junge Schauspielerin in Olmütz (heute Olomouc, Tschechien) und zog anschließend nach Breslau (heute Wrocław, Polen), wo sie einen Vertrag am Deutschen Theater unterzeichnete.

Zwischen 1903 und 1911 spielte Durieux die Lady Milford im bürgerlichen Trauerspiel „Kabale und Liebe“, im Stück „Das Käthchen von Heilbronn oder Die Feuerprobe“ und in weiteren Werken. Darüber hinaus nahm die Schauspielerin an zahlreichen literarischen Abenden des Berliner „Der Neue Club“ teil, wo sich Künstler versammelten, die den deutschen Expressionismus begründeten. Diese Aktivitäten brachten Tilla große Popularität.

Ab 1907 reiste sie gemeinsam mit dem Musikpädagogen Leo Kestenberg häufig in die Vororte von Berlin. An probefreien Tagen las sie Werke von Goethe, Schiller und Chamisso. Sie wirkte auch bei der Inszenierung von Melodramen bei Arbeiterversammlungen mit. Erst mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs fanden diese Aktivitäten ein Ende.

Von 1911 bis 1914 trat Durieux auf verschiedenen Berliner Bühnen auf. Zu den bedeutenden Rollen, die sie verkörperte, zählen die Gräfin Werdenfels in „Der Marquis von Keith“ und die Titelrolle im Drama „Franziska“.

Wohltätige Taten

Neben ihrer Schauspielkarriere ist Tilla auch für ihre guten Taten bekannt. 1919 unterstützte sie den Schriftsteller Ernst Toller moralisch und finanziell, der wegen Hochverrats an der Münchner Räterepublik angeklagt war. Während sie sich in der Klinik von Ferdinand Sauerbruch in Behandlung befand, gab sie Toller Geld für seine Flucht und versprach weitere Unterstützung.

1927 finanzierte Durieux das Piscator-Theater. In dieser Zeit förderte sie auch Nachwuchsschauspieler. Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, verließ Tilla gemeinsam mit ihrem jüdischen Ehemann Deutschland und ging nach Ascona in die Schweiz.

1935 kehrte die Schauspielerin auf die Bühne zurück. Sie trat im Theater in der Josefstadt in Wien und in Prag auf. 1938 emigrierte Durieux mit ihrem Mann nach Serbien. 1941, während sie in Belgrad war, bemühte sich Tilla um ein Visum für die Emigration in die USA, geriet jedoch in die Hände der Nationalsozialisten. Ihr Mann wurde in Saloniki von der Gestapo verhaftet und anschließend in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert.

1944 beteiligte sich Durieux an der „Deutschen Roten Hilfe“ für die Partisanen unter der Führung von Josip Tito.

Die letzten Lebensjahre

Erst 1950 kehrte der Star nach Deutschland zurück und trat wieder auf den Bühnen in Berlin, Hamburg und München auf. Zu den herausragenden Inszenierungen, in denen Durieux in dieser Zeit mitwirkte, zählen: „Die chinesische Mauer“ (1955), die „Atriden-Tetralogie“ (1962) und „Ganze Tage in den Bäumen“ (1968).

Im Jahr 1971 verstarb die legendäre Schauspielerin an einer Sepsis, einer Komplikation, die nach einer missglückten Operation aufgetreten war.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Tilla Durieux nicht nur eine berühmte Schauspielerin war, sondern auch eine für ihre Zeit moderne und politisch engagierte Frau.

Sie spielte nicht nur eine wichtige Rolle in der Welt des Theaters, sondern widmete sich auch intensiv sozialen Fragen. Ihre Kunst und ihre seelische Schönheit wurden von Menschen weltweit bewundert.

Comments

...