Johannes Brahms ist ein berühmter Wiener Komponist, Dirigent und Pianist, der zahlreiche musikalische Werke für Klavier, Orgel und Symphonieorchester schuf. Diese herausragende Persönlichkeit leistete einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der klassischen Musik. Lesen Sie hier auf viennatrend.eu mehr über das Leben und Wirken von Brahms.
Liebe zur Musik von Kindheit an

Johannes wurde am 7. Mai 1833 in eine musikalische Familie geboren. Sein Vater, Johann Jakob, beherrschte die Blasinstrumente sehr gut. Die Mutter des Jungen, Johanna Nissen, war Schneiderin und nähte zu Hause Kleidung auf Bestellung. Der Vater weckte im Sohn die Liebe zur Musik. Er begann, ihm die Notenschrift und die Grundlagen des Violin- und Cellospiels beizubringen.
Als die Eltern das musikalische Talent des kleinen Johannes bemerkten, setzten sie sich zum Ziel, ihrem Sohn eine musikalische Ausbildung zu ermöglichen. 1842 meldeten sie ihn zum Unterricht bei Otto Cossel an. Bei ihm begann der Junge, die Grundlagen der Komposition und des Klavierspiels zu erlernen. Johannes liebte es, Neues zu lernen, und sein Spiel war sehr gut. Dank der Anleitung eines erfahrenen Lehrers gab Brahms bereits mit 10 Jahren seine ersten Konzerte. Im Jahr 1845 komponierte er seine erste Sonate.
Als Otto das Talent des Jungen für das Komponieren von Musikstücken erkannte, schlug er den Eltern vor, Johannes in die Kompositionsklasse zu versetzen. Der Vater war strikt dagegen, doch der Pädagoge konnte ihn schließlich überzeugen. So wurde Johannes in die Klasse des Komponisten Eduard Marxsen aufgenommen.
1849 schrieb Brahms mehrere eigene Werke und begann erfolgreich auf Tournee zu gehen. Die Firma „Cranz“ erwarb die Rechte zur Veröffentlichung seiner Werke. Sie begannen aktiv, die Notenpartituren des kleinen Genies herauszugeben. Im Jahr 1851 nahm Brahms das Pseudonym „G. W. Marks“ an und begann, seine Kompositionen mit diesem Namen zu unterzeichnen, welche er bald darauf vernichtete.
Es wird vermutet, dass der Komponist gezwungen war, seine Schöpfungen zu vernichten, weil sie in Bordellen aufgeführt wurden. Vielleicht sind dies nur Spekulationen, aber es bleibt eine Tatsache, dass der Musiker tatsächlich viele seiner Arbeiten beseitigte.
Professionelle Karriere

Im Jahr 1853 gelang es Brahms, sich weit über die Grenzen Wiens hinaus einen Namen zu machen. In dieser Zeit machte er die wichtige Bekanntschaft mit Robert Schumann, der von Brahms‘ Werken begeistert war. Wenig später schrieb Schumann in der Zeitung den Artikel „Neue Bahnen“, in dem er über Brahms und sein Schaffen berichtete.
Die positive Resonanz schien den jungen Komponisten wohl einzuschüchtern, und er hörte für eine Weile auf, seine eigenen Werke aufzuführen. Erst nach einiger Zeit trat er wieder als Interpret auf. 1852 erlangte Brahms die Liebe und Anerkennung des Publikums. Daraufhin wagte er es, seine Werke wieder zu veröffentlichen. Nach Abschluss eines Vertrages mit der Firma „Breitkopf & Härtel“ veröffentlichte der Musiker zwei Klaviersonaten und Lieder.
Später entschied sich Brahms für einen Umzug nach Baden-Baden, wo er die Arbeit an seinem berühmten Werk „Ein deutsches Requiem“ mit dem finalen Solo „Ihr habt nun Traurigkeit“ begann. Dieses Werk erzielte einen beispiellosen Erfolg.
In dieser Zeit präsentierte der Komponist seinen Bewunderern die Serie der „Ungarischen Tänze“ und eine Sammlung von Walzern. Es gelang Brahms auch, längst begonnene große Werke fertigzustellen und die Partitur der Kantate „Rinaldo“ zu veröffentlichen.
Einen durchschlagenden Erfolg, der die Grenzen Europas überschritt, erzielte der Komponist nach einem von ihm organisierten Konzert im Wiener Musikverein.
1882 führte er gemeinsam mit der Meininger Hofkapelle sein zweites Klavierkonzert auf, das auf einem Phonographen aufgezeichnet wurde. Es ist bemerkenswert, dass Thomas Edison diesen extra zu Ehren von Brahms‘ Auftritt mitgebracht hatte.
Im Jahr 1890 befand sich der Komponist auf dem Höhepunkt seines Ruhmes. Seine Werke wurden in der ganzen Welt gehört. Nach der Bekanntschaft mit Johann Strauss hörte Brahms jedoch auf zu komponieren und trat wieder als Pianist und Dirigent auf.
Brahms komponierte keine einzige Oper, war jedoch ein Genie in anderen Gattungen. Im Laufe seiner Karriere schuf er rund 80 Werke. Der Komponist hatte einen einzigartigen persönlichen Stil, der mit keinem anderen vergleichbar war. Seine Musik wird oft als originell und eigenständig bezeichnet.
Das Privatleben des Musikers

Obwohl Brahms beruflich erfolgreich war, fand er im Privatleben kein Glück. Bei der Analyse von Archivdokumenten wird deutlich, dass er nie verheiratet war. Johannes hegte tiefe Gefühle für Clara Schumann, wagte es jedoch nicht, sie ihr zu gestehen. Selbst nach dem Tod ihres Mannes blieb Brahms in einem freundschaftlichen Verhältnis zu ihr.
1859 lernte der Komponist Agathe von Siebold kennen, und das Paar begann eine Romanze. Clara Schumann mischte sich ein, was zur Trennung der Beziehung führte. Diese Misserfolge hinterließen eine negative Spur bei Brahms. Er wurde zu einem verschlossenen Menschen, der seine Emotionen nur noch in seinen Werken zum Ausdruck brachte.
Die letzten Lebensjahre wurden für den Komponisten zu einer wahren Qual. 1896 erkrankte Brahms an Gelbsucht. Die Krankheit wurde durch einen Tumor in der Leber verursacht, der bald den gesamten Organismus befallen hatte. Trotz seines schlechten Gesundheitszustands komponierte Johannes weiterhin, dirigierte Orchester. Seinen letzten Auftritt auf der Bühne hatte er 1897, wo ihn das Publikum sehr herzlich empfing.
Bald verschlechterte sich der Zustand des Musikers rapide, und er verbrachte seine restlichen Tage ans Bett gefesselt in seinem Haus. Am 3. April 1897 hörte das Herz des Komponisten auf zu schlagen; Leberkrebs war die Todesursache. Brahms hinterließ ein großes musikalisches Erbe – einzigartige Kompositionen, in die er seine Seele legte.





