Ludwig van Beethoven war ein talentierter Musiker, der Hunderte von klassischen Musikkompositionen schrieb. Seine Musik ist weltweit anerkannt. Beethovens Melodien haben eine besondere Eigenschaft – sie sind sehr ernst und melancholisch. Dafür gab es Gründe, denn das Leben des talentierten Komponisten war von einem ständigen Kampf gegen Widrigkeiten geprägt, was sich auch in seinem Schaffen widerspiegelte, schreibt viennatrend.eu.
Eine schwere Kindheit

Ludwig kam am 16. Dezember 1770 in der Stadt Bonn zur Welt. Sein Vater war ein berühmter Tenorsänger in einem kleinen höfischen Musikensemble. Nach außen hin wirkte er wie ein angenehmer Mensch, doch in Wirklichkeit hatte er einen despotischen Charakter. Seine ganze Aggression richtete der Mann gegen seinen Sohn und seine Frau. Ludwig litt sehr darunter; täglich wurde er von seinem tyrannischen Vater geschlagen und starkem psychischem Druck ausgesetzt. Die Mutter versuchte, trotz der Schläge ihres Mannes, ihren Sohn zu unterstützen und seinen düsteren Alltag irgendwie zu verbessern.
Die Liebe zur Musik verspürte Ludwig schon seit seiner frühen Kindheit. Bis zu seinem achten Lebensjahr durchlief der Junge anstrengende Unterrichtsstunden, dank derer er perfekt Cembalo, Violine und Flöte spielte. Beethovens erster Auftritt fand 1778 statt, brachte ihm jedoch weder den Ruhm noch den Reichtum, von dem sein Vater so sehr geträumt hatte.
Eine wichtige Rolle im Leben des Genies spielte der Komponist Christian Gottlob Neefe. Er fand einen Draht zu dem Jungen und verstand es, dessen kreative Natur zu entfalten. Er half Beethoven, sein erstes Werk zu schreiben – 9 Variationen über einen Marsch von Dressler.
Ludwig liebte es, Neues zu lernen. Im Teenageralter brachte er sich selbst mehrere Sprachen bei. Als der Junge 17 Jahre alt wurde, stand er erneut vor Schwierigkeiten. Seine Mutter verstarb früh. Die Last des Familienoberhaupts fiel quasi auf seine Schultern, da sein Vater sehr stark trank, gesundheitliche Probleme hatte und zu nichts mehr fähig war. Auf den Schultern des Jugendlichen lasteten die Sorge für seine zwei jüngeren Brüder und seinen Vater.
Musikalische Karriere

Dem talentierten Komponisten gelang es, einflussreiche Gönner zu finden, die ihm halfen, seine musikalische Ausbildung fortzusetzen. 1792 zog Beethoven nach Wien, wo er Unterricht bei Joseph Haydn nahm. Die Beziehung zwischen Beethoven und Haydn gestaltete sich von Anfang an schwierig, da dem Komponisten die kühnen Ansichten und die melancholischen Melodien seines Schülers nicht besonders gefielen. Es sei jedoch angemerkt, dass sich der Wohnortwechsel positiv auf die Karriere des Komponisten auswirkte.
In Wien begann der Musiker, ernsthaft Geld zu verdienen. Er fand neue Freunde und Sponsoren, die dem jungen Genie ein komfortables Leben ermöglichten.
Anfang der 1790er Jahre schuf Beethoven die Musik zur Ode „An die Freude“, die Friedrich Schiller für eine Freimaurerloge geschrieben hatte. Allmählich wurde Ludwig zu einem beliebten Pianisten in Wien. 1795 fand sein Debüt in einem Salon statt. Indem er drei selbst komponierte Klaviertrios und Sonaten spielte, verzauberte er das Publikum. Alle Anwesenden im Saal bemerkten das starke Temperament und die tiefe Gefühlswelt des Künstlers.
Eine Zeit lang reiste Beethoven mit Gastspielen durch verschiedene Städte; seine Auftritte waren jedes Mal einzigartig und begeisterten die Zuhörer mühelos. Leider wurde der Triumph durch den Verlust seines Gehörs überschattet. Damals wurde bei Ludwig eine Entzündung des Innenohrs diagnostiziert. Zunächst kämpfte der Künstler gegen die Krankheit an, doch als er erkannte, dass sie fortschritt, entwickelte er spezielle Methoden, die es ihm ermöglichten, mit Menschen zu kommunizieren und Kompositionen zu schreiben. Er benutzte spezielle „Konversationshefte“. Um überhaupt noch Klänge wahrnehmen zu können, erfand sein Freund für ihn zwei Holzstäbchen. Ein Ende des Stäbchens klemmte der Musiker zwischen seine Zähne, während er mit dem anderen das Instrument berührte. Und dank der Vibrationen, die vom Instrument ausgingen, schuf er Meisterwerke.
Beethovens Lebensfreude fand ihren Ausdruck in der einzigartigen Zweiten Symphonie. Damals schuf er auch seine einzige Oper mit dem Titel „Fidelio“. Diese Periode gilt als Blütezeit im Schaffen des Komponisten. Die „Pastorale“ Symphonie, die er 1808 komponierte, besteht aus fünf Sätzen und nimmt einen besonderen Platz in seinem Leben ein. 1809 erhielt Ludwig von der Direktion des städtischen Theaters das Angebot, die Musikbegleitung zum Drama „Egmont“ zu schreiben. Er tat dies unentgeltlich.
Ein wichtiges Ereignis für Beethoven war die Vollendung der Neunten Symphonie, in deren Finale die „Ode an die Freude“ erklang, die heute die Hymne der Europäischen Union ist. Alle Zuschauer, die bei seinem Konzert anwesend waren, applaudierten minutenlang im Stehen. Leider stand er mit dem Rücken zum Saal und konnte aufgrund seiner Taubheit diese Ovationen nicht hören.
Beethovens Privatleben

Über das Privatleben des Komponisten ist wenig bekannt. Mit 30 Jahren lernte er die wahre Liebe kennen. Die Dame seines Herzens war die Gräfin Giulietta Guicciardi. Leider blieben Ludwigs leidenschaftliche Gefühle unerwidert. 1804 gestand der Musiker Josephine Brunsvik seine Liebe. Doch die Beziehung war zum Scheitern verurteilt. Josephines Verwandte bestanden darauf, dass sie sich von Beethoven trennte, da sie ihn für arm hielten.
Therese Malfatti half Beethoven, über die schwere Trennung hinwegzukommen. Ludwig machte ihr einen Heiratsantrag, erhielt jedoch eine Abfuhr. In seiner Betrübnis schrieb er die wunderschöne Sonate „Für Elise“. Aufgrund der Misserfolge in der Liebe beschloss Beethoven, sein Leben allein zu verbringen. Im Jahr 1827 starb der große Komponist an den Folgen einer Erkältung und Magenschmerzen. Schuld am plötzlichen Tod des Musikers trug der Arzt. Er hatte die Dosis eines bleihaltigen Medikaments falsch berechnet. Obwohl er kein Glück in der Liebe fand, konnte Ludwig der ganzen Welt sein Talent beweisen.



