Das Ronacher gilt als eines der berühmtesten Theater in Wien. Es besticht durch ein stilvolles Interieur und eine angenehme Atmosphäre. Dadurch erleben die Menschen positive Emotionen und eine wunderbare Erholung. Im Laufe seiner Geschichte sind auf der Bühne des Theaters zahlreiche talentierte Künstler aufgetreten. Über die Geschichte und die Besonderheiten des Ronacher sprechen wir hier auf viennatrend.eu.
In Privatbesitz

Das Ronacher befindet sich unweit des Stephansplatzes im Herzen Wiens. Es wurde im fernen Jahr 1872 als Ort der kulturellen Unterhaltung für die gehobene Wiener Gesellschaft errichtet. Für die Architektur des Gebäudes zeichnete Ferdinand Fellner verantwortlich. Die feierliche Eröffnung fand am 15. September 1872 mit Friedrich Schillers Stück „Demetrius“ in der Bearbeitung von Heinrich Laube statt.
Im Jahr 1884 wurde das Theatergebäude bei einem großen Brand schwer beschädigt. 1886 erwarb Anton Ronacher die Ruine. Er beauftragte Ferdinand Fellner mit dem Wiederaufbau. Im Jahr 1888 öffnete das Haus als Etablissement mit Konzert- und Ballsälen erneut seine Pforten. Der neue Eigentümer plante, ein Varietétheater zu schaffen. Um diese Vision zu verwirklichen, ließ er dem Gebäude einen großen Ballsaal und ein Hotel anbauen und sogar elektrische Beleuchtung installieren. Dieses Vaudeville-Theater kam ohne aufwendige Bühnentechnik aus; die Gäste saßen an Tischen in Logen und Séparées. Während der Vorstellungen war es ihnen gestattet, zu essen und zu rauchen.
Der kommerzielle Erfolg blieb jedoch aus, und Anton Ronacher musste seinen Posten als Direktor aufgeben. Daraufhin zogen Artisten wie Kraftmenschen und Akrobaten Gäste aus den Vorstädten nach Wien. So kamen bald nicht nur Aristokraten, sondern auch Menschen aus den unteren Schichten, um die Vorstellungen zu sehen. Das Programm des Varietétheaters wurde um Revuen, Opernaufführungen sowie Auftritte von Tänzern und Sängern erweitert. Eines der glanzvollsten Ereignisse war der Bühnenauftritt von Josephine Baker im Jahr 1932.
Wiedergeburt nach dem Niedergang

1960 wurde das Theater geschlossen. Das Gebäude wurde vom Österreichischen Rundfunk (ORF) erworben, der es als Studio und Bühnenraum nutzte. 1976 gab der ORF das Gebäude auf. Ganze 10 Jahre stand es leer. Erst 1986 fanden dort mit „Cagliostro in Wien“ und den Wiener Festwochen zwei Veranstaltungen statt, die das Theater wiederbelebten.
1987 wurden die Vereinigten Bühnen Wien (VBW) neuer Eigentümer des Ronacher und eröffneten es mit dem Musical „CATS“. 1993 erfolgte eine Renovierung, nach der das Gebäude erstmals vermietet wurde. 1997 wurde das Ronacher Teil des VBW-Konzerns und diente fortan als Veranstaltungsort für festliche Anlässe.
Nach der Entscheidung, das ehemalige Musical-Theater „An der Wien“ zukünftig als Opernhaus zu nutzen, wurde eine neue ständige Musicalbühne benötigt. Die Wahl fiel auf das Ronacher, das jedoch einige Umbauten erforderte. Es begann eine umfassende Sanierung, die von 2005 bis 2008 dauerte. Dabei wurde die Bühnentechnik modernisiert und der Bühnenboden um zwei Meter abgesenkt, um die Sichtverhältnisse zu verbessern. Zudem wurde das Gebäude durch eine spezielle Glaskonstruktion in zwei Stockwerke unterteilt. So fasst der Zuschauerraum heute 1.000 Personen, und der Orchestergraben bietet Platz für 60 Musiker. Besondere Erwähnung verdient die Projektionsanlage, die aus zwei Projektoren mit 12.000 Lumen besteht. Die Umbaukosten beliefen sich auf 34,1 Millionen Euro.

Das neue Musicalhaus wurde mit der Premiere des Stücks „THE PRODUCERS“ eröffnet. Seitdem erfreut sich das Ronacher großer Beliebtheit bei den Wiener Zuschauern und zahlreichen internationalen Gästen. Im Jahr 2009 fand hier die Premiere der Neufassung von „TANZ DER VAMPIRE“ statt, ebenso wie eine konzertante Version des Musicals „LIEBE STIRBT NIE“.
Das Ronacher entwickelt sich aktiv weiter und versammelt in seinem Saal Liebhaber der Theaterkunst, die mit großer Freude das Talent ihrer Lieblingsdarsteller bewundern.





