Ernst Krenek – ein Mensch, der mit Musik lebte

Ernst Krenek ist nicht nur in Österreich, sondern auch weit über seine Grenzen hinaus eine bekannte Persönlichkeit. Das Genie ging vor allem als mutiger Innovator und Experimentator in die Geschichte ein, der seine Gefühle und Stimmungen mühelos durch Musik vermittelte. Inspiriert von der Meisterschaft legendärer Komponisten, konnte Krenek große Erfolge in seiner Karriere erzielen. Lesen Sie hier mehr über sein Leben und Schaffen auf viennatrend.eu

Jugend, erste Schritte in der Musik

Ernst wurde am 23. August 1900 in Wien geboren. Schon in jungen Jahren zeigte der Bub ein Interesse an der Kunst. Im Alter von 16 Jahren trat Ernst in die Wiener Musikakademie ein, wo er Musikunterricht bei Franz Schreker nahm. Danach wurde er zum Militärdienst einberufen. Nach seiner Rückkehr nach Wien studierte der junge Mann zwei Semester lang Philosophie. Ab 1916 war Krenek auf der Suche nach seinem persönlichen, unverkennbaren Stil und widmete dem Kontrapunkt große Aufmerksamkeit. 

1920 ging er nach Berlin, wo er bekannte Musiker kennenlernte, darunter Ferruccio Busoni und Eduard Erdmann. Unter ihrem Einfluss wandte sich der Komponist schrittweise der Atonalität, dem Neoklassizismus, der Dodekaphonie und anderen Techniken zu, wobei er sie meisterhaft an seine eigene, originelle Manier anpasste. 

Bald darauf wurde Ernst Direktor an der Musikhochschule in Berlin. In dieser Zeit begann Krenek, seine ersten Werke im spätromantischen Stil zu schreiben. 1921 fühlte er sich von der atonalen Musik angezogen. Erst einige Zeit später, unter dem Einfluss von Strawinsky, wechselte der junge Komponist zum Neoklassizismus. In dieser Periode schuf er mehrere ausdrucksstarke Sinfonien (op. 7, 12, 16). 

1923 verliebte sich Ernst unsterblich in die junge Schönheit Anna Mahler, die Tochter des berühmten Komponisten. 1924 heirateten sie, doch die Ehe war nicht von langer Dauer; nach drei Jahren bestand Anna auf der Scheidung. 

Karriereentwicklung

1925 zog Ernst nach Kassel und dann nach Wiesbaden, wo er sich die Grundlagen der musikalischen Dramaturgie aneignete. Bald darauf lernte der Komponist Paul Bekker kennen, einen Dirigenten, der an renommierten Opernhäusern auftrat. Bekker interessierte sich für Ernsts Schaffen und inspirierte den Maestro zur Komposition der einzigartigen Oper „Orpheus und Eurydike“. Obwohl dieses Werk viele Mängel aufweist, ist es in einem ungewöhnlichen Stil gehalten. Darin lassen sich deutlich Egoismus und eine dramatische Auflösung erkennen. 

Während seines Aufenthalts in Wiesbaden komponierte er die wohl eine seiner populärsten und zugleich umstrittensten Opern „Jonny spielt auf“. In diesem Werk verwendete er ungewöhnliche technische Errungenschaften (eine Lokomotive und ein schnurloses Telefon). Die Hauptfigur der Oper war ein afroamerikanischer Jazzmusiker. Das Publikum sah dieses Werk 1927 in Leipzig. Die Kritiker hatten viele Fragen an den Maestro, da sie in dem Werk einen sozial-satirischen Subtext sahen. Trotz allem wuchs die Popularität des Komponisten. 

1928 kehrte Krenek nach Wien zurück, wo er drei weitere politisch-satirische Opern mit ausgezeichneter Orchestrierung schuf. Bald darauf erschien ein weiterer Liederzyklus (op. 62). In der österreichischen Hauptstadt begann Ernst, seine eigenen musikalischen Ansichten zu überdenken. Nach reiflicher Überlegung studierte er die Prinzipien von Schönbergs Technik und schuf die Orchester-Variationen (op. 69) sowie den Liederzyklus „Durch die Nacht“. Trotz guter Erfolge in diesem Bereich bevorzugte er die Oper. 

1937 übersiedelte Krenek von Wien in die USA. Dort setzte er seine kompositorische Tätigkeit fort. 1939 wurde er als Dozent für Komposition an das Vassar College (New York) berufen. Von 1938 bis 1948 schrieb Ernst über 30 Werke, darunter Kammeropern, ein Ballett, Chorwerke und Sinfonien. 

Anfang der 1950er-Jahre wurden seine Opern immer häufiger auf den Bühnen bekannter österreichischer und deutscher Theater aufgeführt. Der Komponist selbst genoss großes Ansehen bei verschiedenen musikalischen Veranstaltungen und Events und erhielt verdiente Auszeichnungen und Titel, von denen der wichtigste für ihn der des Ehrenbürgers der Stadt Wien war.

1991 verstarb der legendäre Komponist. Er hinterließ ein gewaltiges musikalisches Erbe, das in den Herzen der Menschen weiterlebt.

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