„Die Belagerung von Wien – 11. September 1683“ ist ein polnisch-italienisches Historiendrama aus dem Jahr 2012, das der Belagerung Wiens gewidmet ist.
Der Regisseur Renzo Martinelli entschied sich für die Verfilmung aufgrund seines Interesses an der Gestalt des Kapuzinermönchs Marco d’Aviano, einem Berater des Kaisers Leopold I. des Heiligen Römischen Reiches.
Der Film, dessen Budget 50 Millionen polnische Złoty betrug, wurde unter Mitwirkung von 10.000 Komparsen, 3.000 Pferden, aufwendigen Kulissen auf einer Fläche von einem Hektar sowie 6.000 Kostümen im Wert von 8 Millionen polnischen Złoty realisiert. Die Dreharbeiten fanden in Polen, Italien und Rumänien statt.
Die Weltpremiere fand am 12. Oktober 2012 statt, und die Vorführrechte wurden in 50 Länder verkauft. Später war geplant, den Film als fünfteilige Fernsehserie zu adaptieren.
Die Besetzung umfasste sowohl internationale als auch polnische Stars: Jerzy Skolimowski spielte Jan III. Sobieski, Alicja Bachleda-Curuś Kaiserin Eleonore von Österreich und Daniel Olbrychski General Marcin Kazimierz Kątski. Im Film wirkten auch Miloš Forman, F. Murray Abraham und Enrico Lo Verso mit. Mehr dazu auf viennatrend.eu.
Handlung

Der Film „Die Belagerung von Wien – 11. September 1683“ erzählt von einer der bedeutendsten Schlachten der europäischen Geschichte – der Belagerung Wiens durch das Osmanische Reich und dem entscheidenden Kampf um die Stadt.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen die Ereignisse im Sommer 1683, als die osmanische Armee unter dem Kommando des Großwesirs Kara Mustafa in die Gebiete des Heiligen Römischen Reiches einfällt und sich Wien nähert. Dieser Feldzug sollte ein entscheidender Schritt zur Eroberung Mitteleuropas werden.
Der Protagonist des Films ist Marco d’Aviano, ein katholischer Kapuzinermönch und Berater von Kaiser Leopold I., der eine wichtige Rolle bei der Einigung der christlichen Mächte angesichts der osmanischen Bedrohung spielt. Sein geistliches Wort und seine Unterstützung inspirieren die europäischen Herrscher, sich gegen die mächtige Armee des Sultans zu vereinen.
Auf der anderen Seite steht Kara Mustafa, der siegessicher die monatelange Belagerung Wiens leitet. Die osmanischen Truppen zerstören die Vorstädte, führen ununterbrochene Angriffe durch und versuchen, die Stadtmauern zu sprengen.
Der Höhepunkt wird am 11. September 1683 erreicht, als die vereinten christlichen Streitkräfte unter der Führung von Jan III. Sobieski, dem König von Polen-Litauen, den Osmanen den entscheidenden Schlag versetzen.
Die Schlacht am Kahlenberg wird zu einem Wendepunkt, der die Expansion des Osmanischen Reiches in Europa stoppt. Dieses Ereignis gilt als eine der zwanzig wichtigsten Schlachten der Weltgeschichte und als der größte Kavallerieangriff aller Zeiten.
Die Schlacht um Wien spiegelt nicht nur die Konfrontation zwischen der christlichen und der muslimischen Welt wider, sondern auch eine komplexe historische Epoche, in der verschiedene Kulturen, Religionen und politische Interessen miteinander verflochten waren und die weitere Entwicklung Europas prägten.
Der Film verbindet historische Schlüsselereignisse, militärische Auseinandersetzungen, politische Intrigen und die persönlichen Erlebnisse der Hauptfiguren und zeigt den tiefen religiösen und kulturellen Konflikt zwischen zwei Zivilisationen.
Kritische Auseinandersetzung mit dem Film

Der Film wird als historisches Drama präsentiert, das der denkwürdigen Schlacht um Wien gewidmet ist. Doch trotz des ehrgeizigen Konzepts und des beachtlichen Budgets erhielt der Streifen äußerst widersprüchliche und oft negative Kritiken.
Einer der Hauptkritikpunkte am Film ist die niedrige Qualität der Spezialeffekte. Die Kampfszenen, die durch ihre Größe beeindrucken sollten, wirken stattdessen künstlich. Dies mindert erheblich das Eintauchen des Zuschauers in die Atmosphäre der Epoche.
Der Film versucht, historische Ereignisse mit dramatischen Handlungssträngen zu verbinden, doch diese Balance wird nicht erreicht. Zudem wirken die Charaktere schablonenhaft und sind nicht ausreichend entwickelt. Einige Schauspieler, darunter Daniel Olbrychski und Borys Szyc, erhielten so wenig Leinwandzeit, dass ihre Rollen fast unbemerkt blieben.
Der Film ist durchzogen von offener anti-islamischer Propaganda. Szene für Szene, Dialog für Dialog enthält der Film erkennbar antimuslimische Motive, was selbst bei jenen Kritik hervorrief, die lediglich ein qualitativ hochwertiges historisches Kino sehen wollten. Viele Kritiker merkten an, dass der Film den historischen Hintergrund nutzt, um politische Ansichten aufzuzwingen, insbesondere im Kontext aktueller geopolitischer Ereignisse.
Dem Film mangelt es an hochwertiger Inszenierung, einem durchdachten Drehbuch und Glaubwürdigkeit, während seine politische Voreingenommenheit einen Teil des Publikums abstößt. Statt einer tiefgründigen historischen Analyse erhält der Zuschauer eine oberflächliche und vereinfachte Version der Ereignisse, die eher an ein ideologisches Manifest als an ein filmisches Werk erinnert. Aus diesem Grund bleibt er eher ein Propagandawerk als ein würdiges historisches Kinoepos.
Zuschauermeinungen

Manche erwarten von einem Film spektakuläre Kampfszenen, andere streben nach historischer Genauigkeit, und wieder andere begeistern sich für kunstvolle Handlungen, die meisterhaft in reale Ereignisse eingewoben sind. Der Film von Renzo Martinelli erfüllt jedoch keine dieser Erwartungen und lässt viele Zuschauer auf unterschiedlichen Ebenen enttäuscht zurück. Der Film erhielt gemischte Rückmeldungen vom Publikum.
Einige lobten sein episches Ausmaß und seine historische Bedeutung, während andere die mangelnde Tiefe der Charaktere kritisierten.
Viele Zuschauer merkten an, dass die Handlung des Films sehr vorhersehbar sei. Sie befanden, dass die Entwicklung der Ereignisse sehr linear verlief, was das Interesse am Zuschauen schmälerte, besonders für jene, die mit der Geschichte der Ereignisse vertraut sind.
Trotz der negativen Kommentare erhielt der Film auch positive Bewertungen von Zuschauern, die sein episches Ausmaß und die mitreißenden Kampfszenen hervorheben.
Viele sind beeindruckt davon, wie genau die Atmosphäre des 17. Jahrhunderts nachgebildet wurde, sowie von der Liebe zum historischen Detail. Die Zuschauer schätzen den Heldenmut der Charaktere und die Bedeutung der Einheit verschiedener Völker im Kampf für die gemeinsame Freiheit. Der Film wird nicht nur als Actionfilm, sondern auch als tiefgründige Auseinandersetzung mit einem bedeutenden historischen Ereignis wahrgenommen.





