Carl Czerny – Begründer des Pianismus


Carl Czerny ist eine Persönlichkeit, die es geschafft hat, sich weltweit einen Namen zu machen. Er ist der Autor einzigartiger Etüden und verschiedener pädagogischer Werke zur Klaviermusik. Czerny leistete einen gewaltigen Beitrag zur Musikkultur und verband in seinem Schaffen Klassizismus und Romantik, schreibt viennatrend.eu.

Die Jugend des großen Maestros

Carl kam am 21. Februar 1791 in Wien zur Welt. Er war das einzige Kind der Familie und wuchs in einer strengen Atmosphäre auf. Der Junge war ein verschlossenes Kind und hatte keine Freunde. Die meiste Zeit widmete der junge Mann dem Lernen und der Hilfe für seine Eltern im Haushalt.

Die Liebe zur Musik wurde Carl von seinem Vater vermittelt, der auch sein erster Lehrer war. Er lehrte seinen Sohn das Klavierspiel, und bereits im Alter von 10 Jahren schuf der Junge seine ersten Kompositionen.

Im Jahr 1800 erlebte Ludwig van Beethoven den Auftritt des jungen Genies und bot den Eltern daraufhin an, den Jungen einmal pro Woche zu unterrichten. Dieser Unterricht dauerte mehr als 10 Jahre an. Schon bald war der Lehrer von den Fortschritten seines talentierten Schülers so beeindruckt, dass er ihm die Aufführung seines Fünften Klavierkonzerts in Wien anvertraute. Im Jahr 1812 trat Czerny erstmals vor das Wiener Publikum.

Ab 1815 widmete sich Carl der Komposition und der Pädagogik. Sein erster Schüler war Franz Liszt. Anfangs war der Junge unbändig, wollte überhaupt nicht lernen und hörte nicht auf seinen Lehrer. Dennoch erkannte Czerny in dem jungen Mann das Genie, das schon bald die ganze Welt erobern sollte.

Nach Beethovens Tod im Jahr 1827 komponierte Czerny ihm zu Ehren einen „Trauermarsch“.

1841 präsentierte der Komponist seine Symphonie Nr. 1. Er hatte zwar schon zuvor symphonische Werke komponiert, doch diese galt als sein erstes reifes Werk.

Anders als die anderen

Carl erwarb sich den Ruf eines bescheidenen, schüchternen Menschen und entsprach so gar nicht dem typischen Vertreter der Romantik. Er ließ sich nie auf Konflikte ein, mied laute Gesellschaften und zog das Reisen und die Einsamkeit vor.

Viele Freunde und Bekannte warfen dem Musiker Gefühlskälte und einen Mangel an Emotionen vor. In Wirklichkeit war er jedoch ein sehr guter Freund, der oft große Opfer für andere brachte.

Carl musste täglich bis zu 12 Stunden arbeiten, im fortgeschrittenen Alter sogar noch länger. In seinen späten Jahren umgab er sich mit Haustieren und führte ein zurückgezogenes Leben.

Sein Vater erreichte ein hohes Alter, und so musste Carl bis zu dessen Tod dafür sorgen, dass es ihm an nichts fehlte. Sein Leben lang betrachtete Czerny Beethoven als seinen zweiten Vater.

Aufgrund seiner Schüchternheit heiratete Carl nie und gründete keine eigene Familie. An ihre Stelle traten jedoch seine zahlreichen Schüler, um die sich der Maestro fürsorglich kümmerte.

1857 bekam Czerny gesundheitliche Probleme und musste seine musikalische Tätigkeit aufgeben. Wenige Tage später verstarb der Musiker.

Das schöpferische Erbe

Als sein wertvollstes Vermächtnis gelten seine pädagogischen Werke. Czerny komponierte in praktisch allen musikalischen Gattungen. Er ist der Autor von einzigartigen Messen, Requiems, Symphonien, Kammermusikwerken, Romanzen und über 1000 Opuszahlen. Nahezu alle seine Etüden werden von heutigen Musikern gespielt.

1849 verfasste er das Lehrbuch „Vollständige theoretisch-praktische Kompositionslehre“ und 1851 den „Umriss der ganzen Musik-Geschichte“. In seinen Werken gelang es Czerny meisterhaft, die Geheimnisse der Klaviertechnik zu erläutern und klare Lösungen für diverse technische Probleme zu beschreiben, mit denen Pianisten während ihrer Ausbildung konfrontiert sind.

Besonders hervorzuheben ist die unbestreitbare pädagogische Autorität des Musikers. Seine Bescheidenheit hinderte ihn jedoch daran, aus dem Schatten des Lehrers herauszutreten und als berühmter Komponist volle Anerkennung zu finden.

Nach Meinung vieler Forscher ist bekannt, dass es Czerny war, der die Grundlagen des modernen Klavierspiels legte.

Nicht umsonst widmete dieser große Mann sein ganzes Leben der Musik!

Comments

...