Restaurant · in Wien · ⭐ 9.1/10 · 8597 Bewertungen
Adresse: Dorotheergasse 2-4, 1010 Wien
Wo die Innenstadt am Abend wieder wienerisch wird
Reinthaler’s Beisl ist die Gegenprobe zur Inneren Stadt: mitten im 1. Bezirk, wo fast jedes Lokal auf Durchreisende ausgelegt ist, steht ein Wirtshaus, in das die Stammgäste zurückkommen. Kein Konzeptlokal, kein Storytelling an der Wand — mehrere kleine Räume hintereinander, helle Holztische, Vertäfelung, und ein Abend, der genau davon lebt, dass es eng, laut und freundlich-schnoddrig zugeht. Wer den Ton der Wiener Beislkultur im Original hören will, sitzt hier richtig.
Das Konzept
Im Haus wird seit über hundert Jahren gewirtet. Johann Reinthaler senior und seine Frau Berta führten das Lokal von 1971 bis 1976 noch unter dem Namen «Reiter», ehe sie aus familiären Gründen ein paar Gassen weiterzogen und dort die Wirtshaustradition der Familie als Gasthaus Reinthaler begründeten. Ihr Sohn Johann junior lernte den Beruf von klein auf, absolvierte eine dreijährige Küchenlehre und übernahm den elterlichen Betrieb 1994. Das alte Lokal war inzwischen eine Bar geworden — die Idee, daraus wieder ein Wiener Wirtshaus zu machen, ließ ihn nicht los. Nach drei Monaten Umbau sperrte am 30. April 1997 Reinthaler’s Beisl auf. Das erklärt, warum die Karte so unverhandelbar klassisch ist: Sie ist kein Retro-Entwurf, sondern eine Fortsetzung.
Was bestellen
Das Hausgericht heißt Reinthaler-Schnitzel — paniertes Schwein mit Erdäpfel-Vogerlsalat und Kürbiskernöl; daneben steht das Wiener Schnitzel vom Kalb, wie es sich gehört. Die zweite Achse der Karte ist Rindfleisch: Wiener Tafelspitz im Suppentopf mit Rösterdäpfeln, Apfelkren und Schnittlauchsauce, dazu Zwiebelrostbraten mit Braterdäpfeln und Kalbsgulasch mit Butternockerln. Vorweg trägt die Rindsuppe vom Tafelspitz wahlweise Leberknödel oder Frittaten. Auf der Karte halten sich außerdem Klassiker, die anderswo längst verschwunden sind: geröstete Kalbsleber mit Rösterdäpfeln, ein halbes Wiener Backhendl, Schweinsbraten mit Semmelknödel und Sauerkraut. Vegetarisch wird es ernst genommen — Käsespätzle, gebackener Emmentaler, hausgemachte Spinatknödel auf Rucola und ein veganes Wiener Schnitzel auf Sojaproteinbasis. Die Wochenkarte wechselt und bringt Tiroler Gröstl, Surschnitzel, faschierten Braten oder gebackenes Kalbsbries. Zum Abschluss: Wiener Apfelstrudel, Topfen- oder Marillenpalatschinke — und eine Melange, denn Kaffeehaus kann das Beisl nebenbei auch.
Der Raum
Der Grundriss ist der eines alten Innenstadt-Beisls: mehrere kleinere Räume hintereinander, helle Holztische und -stühle, Vertäfelung an den Wänden, Tische nah beieinander. Nichts davon ist auf Fotogenität gebaut, und genau das ist der Punkt — die Einrichtung sieht benutzt aus, weil sie benutzt wird. Der Service ist flott und direkt; wer die Wiener Schnoddrigkeit nicht als Mangel, sondern als Teil der Vorstellung liest, hat den besseren Abend. Bei Schönwetter kommt der Schanigarten mit rund vierzig Plätzen dazu — mitten in der Inneren Stadt der beste Platz für einen langen Abend zu zweit oder in kleiner Runde. Drinnen wird es zu Stoßzeiten voll und lebhaft; wer es ruhiger mag, kommt früher.
Fragen & Antworten
Muss man reservieren? Am Abend und am Wochenende ist es ratsam: Die Räume sind klein und die Tische stehen eng.
Was bestellt man beim ersten Besuch? Das Reinthaler-Schnitzel oder den Wiener Tafelspitz, davor eine Leberknödelsuppe.
Gibt es etwas für Vegetarier und Veganer? Ja: Käsespätzle, gebackener Emmentaler, Spinatknödel und ein veganes Wiener Schnitzel auf Sojaproteinbasis.
Gibt es einen Schanigarten? Ja, bei Schönwetter mit etwa vierzig Plätzen.
Lohnt sich der Blick auf die Wochenkarte? Unbedingt — sie wechselt wöchentlich und bringt Gerichte, die auf der Standardkarte nicht stehen, etwa Tiroler Gröstl oder gebackenes Kalbsbries.
Öffnungszeiten
| Tag | Zeiten |
|---|---|
| Montag | 11:00–23:00 |
| Dienstag | 11:00–23:00 |
| Mittwoch | 11:00–23:00 |
| Donnerstag | 11:00–23:00 |
| Freitag | 11:00–23:00 |
| Samstag | 11:00–23:00 |
| Sonntag | 11:00–23:00 |
Fotos






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Gästebewertungen
Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-06-30 21:56:23
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: viennatrend.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.
Ein wunderbares Restaurant der österreichischen Küche. Günstig, hochwertig, schnell, verständlich.
Wir haben die Tagesgerichte probiert, es gab eine Champignoncremesuppe und einen Erdäpfelauflauf.
Ein beliebter Ort. Das Schweineschnitzel ist sehr köstlich und groß. Aber der Erdäpfel-Zwiebel-Salat, der zum Schnitzel serviert wird, hat mir überhaupt nicht gefallen. Die Erdäpfel sind kalt und schmecken nach nichts.
Die Pluspunkte dieses Lokals: 1. Schnelle Zubereitung, 2. Große Portionen, 3. Köstlich.
Minuspunkte: 1. Warteschlangen am Eingang, 2. Lärm.
Wegen der vielen Leute erinnert es an ein Bistro: gekommen, gegessen, gegangen.
Ein atmosphärischer Ort, das Service könnte besser sein. Und das Essen ist nicht köstlich; viele schreiben, es sei köstlich, aber uns hat es überhaupt nicht gefallen. Nur das Fleisch ist köstlich, aber die Beilagen, zum…
Wir waren ein wenig enttäuscht, da wir Besseres erwartet hatten.
Vor dem Lokal steht man an, und man wird hereingebeten, wenn ein Tisch für die entsprechende Personenzahl frei wird. Drinnen ist es sehr laut und eng. Die…